GIS - was ist das?


Jeder kennt doch Google Maps oder Bing Maps oder ähnliche Produkte. Dies sind simple Varianten von GIS - geographischen Informationssystemen. Damit kann man aber noch viel mehr machen, wie über komplexe Berechnungen aus vorhandenen Daten neue Daten generieren oder bestimmte Fragestellungen unter ganz neuen Aspekten betrachten.

Geographische Informationssysteme sind seit über 20 Jahren Standard, das enorme Potential der heute verfügbaren Geodaten wird jedoch bis jetzt noch zu wenig genutzt. In meiner Diplomarbeit zeigte ich 2009 einen Ansatz für Solarenergie.

Solarkaster mit GIS


Ein Großteil des Fortschritts der westlichen Zivilisation beruht auf der Verwendung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Erdöl aber auch Uran, für die Energiegewinnung. Doch wie soll die Energieversorgung der Zukunft aussehen?

Das Thema Solarkataster für Städte - also die Ausweisung von Dach- oder Freiflächen für die Installation von Solarmodulen, seien es Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen, ist eigentlich ein alter Hut und seit einigen Jahren gängige Praxis.

Ich habe mich in meiner Diplomarbeit im Jahr 2009 mit diesem Thema beschäftigt im Hinblick auf die Eignung verschiedener städtebaulicher Epochen für Solarenergie. Dies kann beispielsweise als Unterstützung im Rahmen von Stadtteilsanierungen oder ähnlichem herangezogen werden.

Im Vordergrund dieser Untersuchung stand, die vorhandenen Flächen zu Nutzen, dass die besonders in urbanen Räumen, extrem hohe Flächenversiegelung nicht noch weiter verstärkt wird. Dazu wurde der Stadtteil St. Leonhard in einem generalisierten Blockmodell rekonstruiert und die Beleuchtungssimulation für ein ganzes Jahr simuliert um geeignete Standorte identifizieren zu können.
Die Ergebnisse der Arbeit wurden von mir auf dem AGIT-Symposium für angewandte Geoinformatik in Salzburg vom 2. bis 4. Juli 2008 vorgestellt und in einem Paper publiziert:

C. Mitschke, C. Samimi (2008): "GIS-basierter Ansatz zur Erkennung geeigneter Dachflächen für Solarenergienutzung im Stadtteil St. Leonhard in Nürnberg" in Strobl/Blaschke/Griesebner (Hrsg.): "Angewandte Geoinformatik 2008 - Beiträge zum 20. AGIT-Symposium Salzburg", Wichmann, Heidelberg

Nicht nur Photovoltaik


Ich persönlich sehe einen der größten Kritikpunkte der Förderpolitik darin, dass Photovoltaik stark subventioniert wird, obwohl in Deutschland die Ausbeute erheblich geringer ist als in südlicheren Ländern. Die Flächen könnten für solarthermische Kollektoren sinnvoller genutzt werden - dadurch könnten Feinstaubemissionen aus Heizanlagen reduziert und die vielgepriesenen Umweltzonen überflüssig werden.