Aurora Borealis in Lappland


Seine Faszination zieht Menschen aus aller Welt an die Pole. Sein magisches Leuchten sorgt, wenn es einmal in mittlere Breiten vordringt, für Stauen, Sorge oder steht für bedeutungsvolle Prophezeiungen: Das Polarlicht Aurora Borealis.

Aurora Borealis

Es wird durch auf die Erdatmosphäre auftreffenden Elektronen und Protonen des Sonnenwindes hervorgerufen und äußert sich in den verschiedensten Formen von Leuchterscheinungen am dunklen Himmel. Wer sich dieses Phänomen in Europa ansehen möchte, muss nicht bis zum Nordpol fliegen.

Ein Flug nach Lappland im Norden von Schweden, Norwegen oder Finnland in der kalten Jahreszeit genügt schon. Und neben dem Polarlicht hat Lappland noch viel mehr zu bieten.

Sonnenaufgang in Lappland


Reiseempfehlung Nordschweden


Empfehlenswert ist beispielsweise eine Reise in die Umgebung von Kiruna. Das ist die nördlichste Stadt Schwedens, benannt nach dem gleichnamigen Erzbergwerk. Kiruna liegt mit 67° nördlicher Breite bereits nördlich des Polarkreises. Man kann bequem und auch günstig von Stockholm mit dem Flugzeug anreisen. Oder man nimmt die Inlandsbahn von Stockholm bis nach Gällivare und fährt von dort mit dem Bus nach Kiruna. Denn in Kiruna verkehren nur Erzzüge und diese fahren nach Norwegen zum Haven von Narvik.

Kiruna

Für Kiruna im Winter sollte man sich warm anziehen, hier kann es auch schnell mal unter minus 30°C kalt werden. Im von Ende November bis Anfang Februar geht die Sonne überhaupt nicht auf – beste Voraussetzungen zum Polarlicht schauen. Wer dennoch ein paar Sonnenstrahlen erhaschen möchte, sollte Mitte November anreisen. Dann ist es noch drei bis vier Stunden am Tag Hell und man kann sich noch ein paar Sehenswürdigkeiten anschauen.

Icehotel


Icehotel

Nur etwa 17 Kilometer von Kiruna entfernt liegt das weltweit erste Eishotel – ein Hotel, in dem das Gebäude einschließlich Betten und anderen Möbeln vollständig aus Eis gefertigt sind. Inzwischen gibt es so etwas auch an anderen Plätzen im Polargebiet.

Icehotel

Ein Besuch des Eishotels im Dorf Jukkasjärvi ist sehr empfehlenswert. Im November kann man den Bau des Hotels beobachten, denn es öffnet erst im Dezember. In einer Halle werden aus den Eisblöcken aus dem nahen See die Bausteine für das Hotel sowie die Einrichtungsgegenstände gefertigt.

Nicht weit weg vom Icehotel kann man ein historisches Dorf besichtigen, besonders ein Besuch der kleinen Kapelle lohnt sich wirklich.

Aurora Borealis


Schneemobilfahren


Schneemobil fahren

Wer mal Lust hat mit 120 km/h über einen zugefrorenen See mit einem halben Meter Neuschnee drauf zu brettern, ist in Lappland an der richtigen Adresse. Am besten erkundigt man sich beim Hotel / Vermieter wo die nächste Möglichkeit zum Schneemobilfahren ist. Es gibt teilweise auch schöne organisierte Touren, wo man zunächst den Umgang mit dem Kettenfahrzeug lernt und anschließend einen Ausflug durch die Winterlandschaft unternehmen kann.


Hundeschlittentour


Hundeschlittentour

Wem ein Schneemobil zu schnell ist, der kann sich von einer Herde Schlittenhunde ziehen lassen. Die Huskys sind die idealen Hunde für die niedrigen Temperaturen und laufen erst bei -20°C wirklich zu Hochform auf. Mit etwas Glück kann man bei der Tour auch Elche, Wölfe oder Bären beobachten. Je nach Jahreszeit dauern die Touren 2 bis 3 Stunden, denn länger bleibt es bereits Mitte November nicht hell.


Polarlichtfotografie


Aurora Borealis

Das Highlight, weshalb ich meine Reise in den hohen Norden gemacht habe, ist natürlich das Polarlicht. Dafür braucht man Geduld. Wer Glück hat, hat in einer Woche jede Nacht einen prachtvoll leuchtenden Himmel, wer Pech hat und eine Woche nur Schneesturm hat, wird nicht viel sehen. Das ist leider Glückssache. Und auch in einer klaren Nacht muss nicht unbedingt etwas passieren. Ich habe an 3 Abenden gut eingepackt in ein Rentierfell auf dem zugefrorenen See gesessen und gewartet. Doch ich hatte Glück und konnte an 2 Abenden tolle Nordlichter sehen und fotografieren.

Aurora Borealis

Die Temperaturen können vor Allem nachts sehr tief sinken, man sollte sich also gut einpacken. Für die Kamera empfiehlt sich ein solides Stativ mit wenig Kunststoffteilen. Diese verhindern zwar das Anfrieren der Finger, jedoch wird der Kunststoff schnell spröde und dann kann doch das eine oder andere Teil abbrechen. Ich habe die Kamera während der Nächte auf der Terrasse gelassen um unnötiges Beschlagen oder Feuchtigkeit im Gehäuse zu verhindern. Ich wollte meinem Equipment die Temperatursprünge von -20°C draußen bis +20°C in der warmen Hütte ersparen. Das hat gut funktioniert. Aber: nicht vergessen die Akkus nach Möglichkeit am Körper zu tragen, denn moderne Akkus mögen keine Kühlschranktemperaturen. Meine Nikon D50 ist ebenfalls nicht für diesen Bereich ausgelegt gewesen, das hat jedoch keine Probleme gemacht. Und es gibt noch einen Vorteil: die tiefen Temperaturen sorgen dafür, dass der Kamerasensor etwas weniger rauscht. Auch schwaches Nordlicht lässt sich bei langer Belichtung schön in Szene setzen.


Hier noch ein paar schöne Impressionen, die hoffentlich Appetit auf mehr machen.


Aurora Borealis

Aurora Borealis

Eiszapfen

Mittagspause am Lagerfeuer

Morgendämmerung in Lappland


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