Die vielfältigen Landschaften von Island zählen zu den beeindruckendsten Naturschauspielen, die ich kenne. Obwohl die Insel im Nordatlantik nur etwa so groß ist, wie die östlichen Bundesländer der BRD, bietet sie unglaublich abwechslungsreiche Landstriche. Die Nordküste ist geprägt von Fjorden, das isländische Hochland zeigt sich als Wüstenlandschaft, die durch Gletscher, Vulkane und das raue nordische Klima einem ständigem Wandel unterworfen ist.
Diese Insel ist ein Eldorado für Geowissenschaftler und Naturliebhaber, die weder Wasser noch Kälte scheuen. In Island kann es schon mal passieren, dass man im Sommer die warmen Handschuhe rauskramen muss oder im Hochland 2 Wochen Regen am Stück erwischt. Aber es gibt ja bekanntlich kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung.


Zu Island findet man im Internet genügend Ratgeber, Reiseempfehlungen und Bilder, ich möchte da nicht unbedingt noch eins draufsetzen, habe aber ein paar Empfehlungen für das Landesinnere, das nicht unbedingt mit dem normalen Miet-PKW zu erreichen ist.

Ideal ist ein Geländewagen oder Truck mit ausreichender Bodenfreiheit, wie diese tschechischen Reisenden, die mit ihrem Tatra überhaupt keine Schwierigkeiten hatten.



Ein Geländewagen, idealerweise mit Schnorchel für ausreichende Wattiefe, ist empfehlenswert aber teuer. Die Reise entlang der Ringstraße ist schon ein Erlebnis, der Abstecher ins Landesinnere ist jedoch noch einmal eine ganz andere Erfahrung.

Im Rahmen einer Exkursion während meines Geographiestudiums haben wir mit einem geländegängigen Bus die Tour durch die Insel und ins Hochland gemacht. Zwei Highlights dieser Tour möchte ich kurz erwähnen. Wer nach Island reisen möchte, ein guter Autofahrer ist (ich meine offroad), der sollte diese zwei Ziele unbedingt mal ansteuern.



Hochlandpisten zur Kverkfjöll Gebirgskette



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Die Kverkfjöll-Gebirgskette liegt am Nordrand des großen Inlandsgletschers Vatnajökull. Man erreicht sie über die Hochlandpisten F910 und F902. Vorbei an der Herðubreið geht es über holprige Stein- und Schotterpisten.




Ich persönlich hätte alle 5 Minuten einen Fotostop machen können, so einmalig waren die Einrücke – eine Landschaft wie von einem anderen Stern.





Am Fuße der Bergkette und der Gletscher befindet sich die Berghütte Sigurðarskáli. Dort kann man übernachten oder zelten. Wir konnten im Sommer 2006 glücklicherweise drin übernachten, denn draußen waren, dank katabatischer Winde vom Gletscher Kühlschranktemperaturen im Zelt auch im Sommer die Normalität.



Von der Hütte am Fuße des Gletschers kann man zu Fuß oder nach ein paar Minuten Fahrt die beeindruckende Gletscherhöhle erreichen. Diese konnte bei unserem Besuch 2006 bereits nicht mehr betreten werden.









Landmannalaugar



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Landmannalaugar ist für mich bis heute der schönste Ort von Island – und das, obwohl ich ihn nur bei schlechtem Wetter, nämlich Regen und Nebel, gesehen habe. Hier zeigt Island alles, was es kann – Vulkane, Hochweiden, farbenprächtige Felslandschaften, Lavafelder, Thermalquellen und vieles mehr. Besonders die farbenprächtigen Berge um den Vulkan Brennisteinsalda schimmern selbst bei miesestem Wetter noch gelb-rötlich in allen Facetten.









Es gibt einen gut ausgestatteten Campingplatz, von dem aus Wanderungen oder Ausritte mit Islandpferden unternommen werden können.



Wir sind nach Landmannalaugar über die Hochlandstraße Sprengisandur F26 gefahren, die wirklich nur mit einem Geländewagen oder besserem SUV gefahren werden kann. Es gibt ein paar Furten, von denen einige bei schlechtem Wetter sehr viel Wasser führen können – je nach Tageszeit.



Am Tungnafellsjökull kann man beeindruckend große Frostmuster in den Böden erkennen.





Etwas weiter Richtung Süden hat man vom Aussichtspunkt Kistualda einen tollen Überblick über die gesamte Umgebung.





Ich hoffe, dass ich mit ein paar Eindrücken meiner Reise ein paar interessante Ideen für den nächsten Urlaub liefern konnte. Wer noch mehr sehen möchte, kann die Fotos unserer gesamten Reise in Fotoalbum ansehen:

Fotogalerie zu Island auf dieser Website
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