Weil ich oft gefragt werde, mit welcher Ausrüstung ich meine Fotos mache, habe ich hier einen kurzen Überblick über mein Equipment zusammengestellt. Aber eins vorweg: Es ist egal, ob man mit einer Lochkamera, mit einer Spiegelreflexkamera oder mit einem Handy fotografiert.

Spiegelreflexkamera


Nikon Df

Ich verwende derzeit eine digitale Nikon Df Vollformat-Kamera, d.h. mit ihrem 36 x 24 mm großen Sensor entspricht sie annähernd dem 35mm Film-Format.

Das Rauschverhalten der Df gehört zum besten, was derzeit auf dem Markt verfügbar ist. Die Df hat den Sensor aus dem Profimodell D4 / D4s und überzeugt durch große Dynamik und herausragende Bildqualität.

Ein weiteres Highlight ist der Sucher. Der ist riesig und erleichtert die Bildkomposition und die Schärfebeurteilung deutlich. Die eingeblendete Fokussierhilfe für MF-Objektive ist überaus hilfreich. Man kann alle Objektive montieren, die für das F-Bajonet gemacht wurden - einschließlich non-AI.

Eine Videofunktion vermisse ich nicht. Wenn ich filme, nutze ich eine Canon HF-G10.


Kompaktkamera


Nikon Coolpix A

Für kurze Ausflüge und Situationen, in denen ich keine große Ausrüstung mitnehmen kann, oder möchte, habe ich mir eine Coolpix A gekauft. Diese ist eigentlich eine Spiegelreflexkamera im Gehäuse einer Kompaktkamera. Die Coolpix A hat den großen DX-Sensor der D7000 und eine Festbrennweite, die 28mm Kleinbildformat entspricht. Das macht sie zur idealen Begleiterin für wenig Licht.

Ich habe ein kurzes Review-Video zur Nikon Coolpix A bei YouTube veröffentlicht.

Objektive


Objektive gibt es wie Sand am Meer und es dauert oft eine Weile, bis man das Richtige für sich gefunden habe. Ich habe sowohl an meiner D50 als auch jetzt an der D700 zahlreiche Linsen ausprobiert und bin nach und nach doch zu der Erkenntnis gelangt, die alle Fotografen (hoffentlich) irgendwann erlangen: weniger ist mehr. Dazu ist der Artikel über Reisefotografie auf dieser Seite recht hilfreich.

Ich bin auf Festbrennweiten umgestiegen, zum einen wegen des Gewichts und weil ich mit dem dadurch festgelegten Bildauschnitt mehr auf die Bildkomposition konzentrieren kann.

Für diejenigen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, oder sich zumindest mal mit dem Thema Festbrennweiten auseinandersetzen wollen, kann ich diesen Artikel von Ken Rockwell wärmstens empfehlen, der zwar oft kuriose Ansichten hat aber ab und zu auch mal den Nagel trifft:

Why Fixed Lenses Take Better Pictures.

Auf Reisen nehme ich meistens nur ein oder zwei Linsen mit, unterwegs habe ich aber nur das Objektiv dabei, was montiert ist. Ich bin mit den Jahren zu faul geworden viele Objektive zu schleppen und habe meine Vorliebe für Standard- und leichte Weitwinkelobjektive entdeckt. Inzwischen fotografiere ich fast alles mit dem 35mm 1,8 G ED von Nikon. Es ist leicht, kompakt und messerscharf. Mehr dazu unten. Die perfekte Ergänzung im Telebereich stellt das Nikon AI-S Nikkor 85mm f/2.0 dar.

Weitwinkel: Nikon AI Nikkor 28mm F2,8


Nikon AI Nikkor 28mm F2,8

Dies ist mein Standard-Weitwinkel-Objektiv und ja es ist ein manuelles Objektiv. Eigentlich wollte ich die AI-S Version des 28mm F2,8 haben aber ich habe keines zu einem für mich akzeptablen Preis gefunden. Gut erhaltene AI Exemplare wie dieses gibt es für unter 200€ gebraucht und da kann ich nur sagen: Kaufen! Vorsicht vor den Series E Varianten, diese haben nur sehr simple Konstruktionen und sind optisch deutlich schlechter.

Diese hier beschriebene AI Version hat kein CRC aber ich kann trotzdem bis ca. 30cm Abstand scharf stellen. Die Schärfe bei F2,8 ist gut und zwischen F5,6 und F8 auf sehr hohem Niveau. Die Verarbeitungsqualität ist absolut großartig - hier merkt man noch, dass in den Siebziger und Achtziger Jahren Objektive nicht in Fabriken sondern Manufakturen hergestellt wurden. Mit dieser Linse macht es einfach Freude zu fotografieren.

Weitwinkel: Nikon AF-S Nikkor 35mm F1,8 G ED


Nikon AF-S Nikkor 35mm F1,8 G ED

Da ich auf Reisen hauptsächlich Street fotografiere, ist mir das 28mm oft einen Tick zu weit. Ich habe ein Nikon 35mm AI ausprobiert und die Brennweite war perfekt, die Qualität der Linse aber nicht. Nikon hat jetzt endlich sein 35mm fürs Vollformat überarbeitet und mit dem 35mm 1.8 G ED ein sehr leichtes lichtstarkes Reiseobjektiv auf den Markt gebracht. Die Optik ist abgesehen von starker Vignettierung und leichten CAs auf Spitzenniveau - die zwei erwähnten Nachteile lassen sich in der Postproduktion problemlos korrigieren.

Normal: Nikon AF-S Nikkor 50mm F1,8 G


Nikon AF-S Nikkor 50mm F1,8 G

Das 50er deckt den natürlichen Blickwinkel des menschlichen Auges ab, die 1,8er von Nikon sind scharf, lichtstark und wiegen so gut wie gar nichts. Das kann man immer in der Tasche haben. Die von mir verwendete neueste G-Version gefällt mir hinsichtlich Farbe und Kontrast besser als die AF-D Version.

Dieses Objektiv lässt ich offen wunderbar einsetzen, Schärfe und Kontrastwiedergabe sind wirklich traumhaft. Ich finde den Kunststoff etwas empfindlich, mein Exemplar hat im Objektivgewinde schon leichte Kratzer – das ist der Nachteil der modernen leichten Kunststoffobjektive.

Weitere Informationen zum Nikon AF-S Nikkor 50mm F1,8G.

Tele: Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4


Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Nachdem ich viele verschiedene Festbrennweiten von 85 bis 135mm ausprobiert habe und auch schon mal ein 70-210 f/4-5.6 hatte, habe ich mich doch nochmal entschieden ein Telezoom zu verwenden. Ich wollte eins mit konstanter Lichtstärke, das leicht zu transportieren ist. Das 70-210mm f/4 war Nikons erstes Telezoom mit Autofokus und wurde nur kurze Zeit Ende der 1980er produziert. Es ist bereits bei Offenblende gut verwendbar und ab f/6.3 richtig scharf. Der Autofokus ist nicht der schnellste aber das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich gut bei diesem Objektiv.

Ich habe ein kurzes Review-Video zum Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei YouTube veröffentlicht.

Blitzgerät: Nikon SB-700


Der SB-700 ist ein kompaktes Blitzgerät, das wunderbar mit der Nikon Df und mit der Nikon Coolpix A harmoniert. Sowohl für direktes Blitzen als auch über die Decke, als Master oder Slave, dieses Blitzgerät erfüllt bei sehr kompakter Bauweise alles was ich benötige.

Sonstiges


Mit Kamera und Objektiven ist es ja meistens nicht getan. Man braucht noch Speicherkarten, da nutze ich zur Zeit eine 16GB Sandisk SD-Karte, die ist ausreichend für 800 Fotos im RAW-Format. Ich fotografiere ausschließlich in RAW und mache anschließend die Weiterverarbeitung in Adobe Lightroom. Dafür braucht man leider einen recht leistungsfähigen PC. Ich arbeite auf einem i5-3570K mit 16GB RAM und Intel SSD, da lassen sich auch große Mengen RAW-Fotos problemlos schnell verarbeiten.